Schwerpunktthema Bildungspolitik

"Es ist das Schicksal eines Volkes, welche Lehrer es hervorbringt und wie es mit ihnen umgeht."
(Karl Jaspers)

Bildung und Wissenschaft sind die Schlüsselressourcen für unsere Zukunft. Diese banal klingende Aussage war bis vor einigen Jahren in Deutschland nicht unumstritten. Mittlerweile haben sich alle politischen Parteien dieser Aussage angenähert.


Bildungspolitik

Die Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt hat seit 2002 einen grundlegenden Reformprozess durchlaufen. Die ersten Erfolge hat die letzte PISA-Studie gezeigt. Sachsen-Anhalt hat den größten Leistungssprung im Vergleich aller 16 Bundesländer erreicht, von Platz 16 im Jahr 2000 auf Platz 7 in der Gesamtwertung im Jahr 2010.

Damit ist der Beleg erbracht, dass durch die Schulpolitik in Sachsen-Anhalt, nicht nur mit der Abschaffung des 13. Schuljahres, sondern mit den inneren Schulreformen mehr Qualität und Chancengerechtigkeit für unsere Schülerinnen und Schüler erreicht wurden.

Zukünftig kommt es aus meiner Sicht darauf an, die Schulbausanierungs-programme weiter voranzutreiben und mehr junge Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst einzustellen. Auch die Frage, wie demographische Herausforderungen auf unsere Schulen wirken, bleibt zentral.

Sehr behutsam sollten inhaltliche Schulreformen diskutiert werden. Wir müssen auch das Verhältnis von akademischer zur beruflichen Bildung neu bewerten. Mir erscheint hier die Balance gegenwärtig gefährdet zu sein.



Hochschulpolitik

Die Hochschul- und Wissenschaftspolitik in Sachsen-Anhalt war in der Vergangenheit stark mit der Finanzpolitik verknüpft. Nicht alle Diskussionen und Aktionen waren optimal gestaltet. Es bleibt die Gewissheit, wie stark die Hochschulen regional verankert sind und welche öffentliche Diskursfähigkeit sie hervorbringen können.
Letztendlich ist es gelungen, einen verlässlichen und stabilen Rahmen durch die Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen zu organisieren.

Ausgehend davon ist die Neubegründung eines Landesforschungsprogrammes in der kommenden Wahlperiode von großer Bedeutung. Nur so kann es gelingen, eine anreizorientierte Forschungsstrategie für Sachsen-Anhalt zu verstetigen.

Auf dieser Grundlage gilt es, kommende Herausforderungen anzunehmen. Die Stichworte Internationalisierung, Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend konkurrenzorientierten nationalen Wissenschaftssystem und die Frage, wie sich die Demographie auf zukünftige Studienbewerberzahlen auswirken wird, sind nur einige Stichworte. Auch die Frage, wie Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam agieren können, um die Innovationskraft in Sachsen-Anhalt zu stärken, bleibt zentral.